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Das Haydn Jahr 2009 in Wien |
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2009 jährt sich zum 200. Mal der Todestag von Joseph Haydn (17321809). Musikfreunde in aller Welt richten im Gedenkjahr ihr Augenmerk auf Leben und Werk dieses bedeutenden Komponisten, der in Wien als Sängerknabe seine Karriere startete. Und der nach seiner Tätigkeit für die Fürsten Esterházy im heutigen Burgenland und Ungarn in die Musikstadt zurückkehrte, um 19 Jahre lang seinen Weltruhm zu genießen. In Wien sind authentische Sehenswürdigkeiten und die Musik des Meisters auf höchstem Niveau zu erleben. Die Highlights Das Haydnhaus (6., Haydngasse 19) damals in der Vorstadt gelegen war Haydns Wiener Domizil für zwölf Jahre. Napoleon (zu der Zeit Belagerer Wiens!) postierte als großer Bewunderer im Mai 1809 vor dem Haus des sterbenden Komponisten eine Ehrenwache. Hier entstanden die grandiosen Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“. Das Museum wurde nach Neugestaltung am 29. Januar 2009 neu eröffnet: Ein Muss für Haydn-Fans. Im Haus der Musik (1., Seilerstätte 30), Wiens interaktivem Klangmuseum, ist Haydn ein eigener Raum gewidmet: Eine Zeittafel, Haydns Ehevertrag, eine Beschreibung seines Tagesablaufs und eine interaktive Dokumentation illustrieren sein Leben, dazu Ehedokumente, die Ehrenbürgerurkunde und Porträts seiner Schüler. Ebenfalls anwesend: sein Papagei, der „Papa Haydn“ sprechen und die ersten Takte der Kaiserhymne singen konnte. Im Juni, Juli und August spielt das Imperial Quartett jeden Samstag im Innenhof Konzerte mit Haydn-Schwerpunkt, zu denen der Eintritt frei ist. Die Sonderausstellung „Eine Haydn-Arbeit“ (1.4.-1.10.2009) im Innenhof warf einen Blick auf sein vielfältiges Schaffen. 1740 wurde der Kapellmeister des Wiener Stephansdoms auf den kleinen Joseph aufmerksam und holte den damals Achtjährigen als Chorknaben nach Wien. Neun Jahre genoss Haydn eine musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben im Stephansdom, nebenbei war er als Sänger in Wiener Adelshäusern gefragt (er trat auch vor Kaiserin Maria Theresia in Schloss Schönbrunn auf). Als 28-Jähriger heiratete Joseph Haydn im Stephansdom Maria Anna Keller, Tochter eines Perückenmachers, jedoch leider nicht die Liebe seines Lebens. Er hätte ihre Schwester bevorzugt … Das Mozarthaus (1., Domgasse 5) war Treffpunkt der Crème de la Crème der Wiener Künstler: Hier begegnete das Musikgenie Wolfgang Amadeus Mozart seinem „väterlichen Freund“ Haydn am 2. Februar 1785. Mozart komponierte einige der sechs dem Freund gewidmeten „Haydn-Quartette“ in den Jahren 1782 bis 1785 im Mozarthaus; drei davon wurden hier auch uraufgeführt. Im Haydn-Jahr sind gleich drei Sonderausstellungen zu sehen, hervorzuheben ist von „Vom Sängerknaben zum ersten Wiener Klassiker“ (14.10.-20.12.2009). Eine Konzertreihe mit hervorragenden Interpreten verspricht Musikgenuss. Rund um den Michaelerplatz begegnet man Haydn gleich mehrfach: 175055 war er im Michaelerhaus (1., Am Kohlmarkt 11, Gedenktafel) sowohl Diener als auch Musikschüler des Kapellmeisters Nicola Porpora. Auch den Hofdichter Pietro Metastasio lernte er hier kennen. Trotz aller Entbehrungen meinte er: „Ich konnte auf meinem von Würmern zerfressenen Clavier arbeiten und beneidete keinen König um sein Glück.“ In der benachbarten Michaelerkirche spielte der 17-jährige Joseph Haydn 1749 Orgel. 2009 werden in einem ganzjährigen Zyklus sämtliche 69 Haydn-Streichquartette vom renommierten Haydn-Quartett hier und im zugehörigen Kloster aufgeführt. Eine Erinnerungstafel links vom Michaelertor der Hofburg weist auf das alte Burgtheater hin, das hier bis zum Jahr 1888 stand und wo Haydns Kaiserhymne bei ihrer ersten Aufführung anlässlich des Geburtstages von Kaiser Franz II. am 12. Februar 1797 einen großen Triumph feierte. Diese wohl bekannteste Melodie Haydns war bis 1918 („Gott erhalte“) und nochmals von 1929 bis 1938 („Sei gesegnet ohne Ende“) Österreichs Hymne. Deutsche Patrioten sangen dazu seit 1841 Hoffmann von Fallersebens Text „Deutschland, Deutschland über alles“, seit über 50 Jahren wird zur Haydn-Melodie die dritte Strophe („Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland“) als Nationalhymne Deutschlands gesungen. Haydns Autograph der Kaiserhymne wird mit Skizzen, Partiturteilen des Kaiserquartetts, dem Erstdruck und weiteren Exponaten zum Auftakt des Haydn-Jahres (bis 1.2.2009) in der Österreichischen Nationalbibliothek ausgestellt: Der imperiale barocke Prunksaal, der ab 1730 als Hofbibliothek in Verwendung war, bildet den würdigen Rahmen für „Gott erhalte. Schicksal einer Hymne“. Die Ankeruhr (1., Hoher Markt 1011) eine 1917 im Jugendstil errichtete Brücke, die über eine Gasse hinweg die zwei Gebäudeteile des Anker-Hofes verbindet zeigt Haydn (als einzigen Bürgerlichen!) in kaiserlicher Gesellschaft. Im Lauf von zwölf Stunden laufen zwölf Figuren bzw. Figurenpaare aus der Geschichte über die Brücke darunter Karl der Große, Kaiserin Maria Theresia und ihr Gatte Kaiser Franz I. Im Zeitraum von zwölf bis ein Uhr ist Joseph Haydn auf dem Weg. Bei der Parade aller Figuren unter Musikbegleitung um zwölf Uhr mittags ertönt bei Haydn eine seiner Melodien. Haydns Originalgrabstein ist im heutigen Haydnpark erhalten (12., Gaudenzdorfer Gürtel; ehem. Hundsturmer Friedhof 1783 -1874). Die (aus dem Lateinischen übersetzte) Inschrift beinhaltet die Worte: „Nicht ganz werde ich sterben“. Eine Gedenktafel weist darauf hin, dass Haydns Gebeine am 6. November 1820 in die Eisenstädter Bergkirche überführt wurden. Haydns Schädel war nur wenige Tage nach seinem Tod gestohlen worden und fand erst 1954 nach langen Irrwegen seine letzte Ruhestätte ebenfalls in der Bergkirche. Von April bis Oktober bieten Wiener Guides jeden Samstag und Sonntag geführte Stadtspaziergänge auf den Spuren des Meisters an vielleicht die beste Möglichkeit, alles über Joseph Haydn in Wien zu erfahren. Unter dem Titel „Le Matin - Le Midi - Le Soir“ (nach Haydns „Tageszeiten-Symphonie“) finden eintägige Busreisen mit kunsthistorischen Führungen und Konzerten in Wien, Rohrau und Eisenstadt statt (6.6., 17.7., 21.8., 10.10.2009). Und der Imperial Dinner Train, eine Nachempfindung des ehemaligen k.u.k. Hofzuges, bringt jeden Mittwoch Haydn-Liebhaber von Wien nach Eisenstadt zu einem Empfang auf Schloss Esterházy samt Führung und retour (22.4.-7.10.2009). Das Haydn-Jahr wird im Musikverein, dem Eldorado klassischer Musik in Wien, rundum spürbar sein: Sowohl im Musikprogramm als auch durch gleich zwei hochkarätige Haydn-Ausstellungen (20.3.-20.6.2009: „Joseph Haydn in London“, 29.10.-19.12.2009: „Joseph Haydn. Fürsten, Mäzene, Auftraggeber“). Nicht weniger als 45 Haydn-Konzerte finden nur in der ersten Jahreshälfte statt, mit namhaften Orchestern wie dem Concentus Musicus Wien mit Nikolaus Harnoncourt (Haydn Messe und „L'isola disabitata“). Seit Ende März 2009 bilden vier Konzerte auf historischen Instrumenten die Reihe „Nun klingen sie wieder“. Riccardo Muti eröffnete am 4. April 2009 mit den Wiener Philharmonikern den OsterKlang, „Crossing Haydn“ lautet das Motto im Gläsernen Saal: Haydn wird auch erzählt, getanzt und verfilmt. Im Wiener Konzerthaus sind Haydn-Werke aller Gattungen zu hören (50 Mal allein von Jänner bis Juni), von Oratorien („Die Schöpfung“, „Il ritorno di Tobia“) bis zu Symphonischem (bei der Eröffnung des 34. Internationalen Musikfests im Mai spielen die Wiener Philharmoniker unter Nikolaus Harnoncourt Haydn-Symphonien und eines seiner Cellokonzerte). Beim Gastspiel der Musiciens du Louvre - Grenoble unter Marc Minkowksi erklangen an vier Abenden Anfang Juni sämtliche zwölf „Londoner“ Symphonien Haydns. Am 6. November 2009 führt das RSO Wien unter Bertrand de Billy „Die Jahreszeiten“ auf. Die Wiener Kammeroper immer für Überraschungen gut präsentierte die frühe Haydn-Oper „Le pescatrici“ („Die Fischerinnen“, 21.2. - 21.3.2009). Auch das Belvedere wurde zum Haydn-Schauplatz: Am 15. und 27. Mai 2009 ertönte „Haydnklang“ in der barocken Anlage. Rund 25 „Haydn-Abende 2009“ bestehend aus Konzerten in der Barockbasilika Maria Treu, wo auch Haydn an der Orgel spielte, und Barock-Dinner im benachbarten Restaurant Piaristenkeller sind zu genießen. In der Augustinerkirche werden im Rahmen der sonntäglichen Messfeier alle Haydn-Messen zur Aufführung gebracht (5.4. - 28.6.), zudem singen auch die Wiener Sängerknaben als Mitglieder der Hofmusikkapelle mehrmals Haydn-Messen in der Hofburgkapelle. Außergewöhnliches bietet die Konzertnacht „Haydn am Clavier“ am 6. Juni 2009 in der Sammlung Alter Musikinstrumente des Kunsthistorischen Museums: Originale, zu Haydns Zeit gängige Tasteninstrumente (Clavichorde, Cembali, Hammerklaviere, Claviorgana etc.) erwecken mit Haydns Kompositionen die Klangwelt der Wiener Klassik zum Leben. In Wiens jüngstem Opernhaus, dem Theater an der Wien, wurde im März 2009 Bernhard Langs Miniaturoper „Haydn bricht auf“ uraufgeführt Haydn inspiriert bis heute. Maestro Nikolaus Harnoncourt, der im Jahr 2009 seinen 80. Geburtstag feiert, bringt Haydns wohl berühmteste Oper „Il Mondo della Luna“ am 05. Dezember 2009 zur Premiere. Tobias Moretti inszeniert diese erstklassige Produktion zum Abschluss des Haydn-Jahres. Weitere Informationen: Haydn-Stätten, -Events, -Packages, Video „Haydn 2009“, Haydn-Event-Datenbank: Informationen zum Haydn-Jahr 2009 in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland und Sopron bietet die Website der ArGe Haydn 2009 (bestehend aus den Tourismusorganisationen der genannten Destinationen): Text/Infos: Wiener Tourismusverband |
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